
"Wichtig ist mir besonders, den Austausch zu fördern"
Kompetenzen sichtbar machen: Wie eine Kompetenzdatenbank Wissen und Weiterbildung im Unternehmen unterstützt
Was macht die Cetex Institut gGmbH?
Die Cetex Institut gGmbH ist ein Forschungsinstitut in Chemnitz mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Bereich Sondermaschinenbau. Vereinfacht gesagt entwickeln wir neue Materialien, Produkte, Fertigungsverfahren und auch Maschinen und bringen diese gemeinsam mit Unternehmen in die praktische Anwendung.
Unsere Entwicklungen im Bereich technischer Textilien finden sich zum Beispiel im Fahrzeugbau, im Maschinenbau, in der Medizintechnik oder auch im nachhaltigen Leichtbau wieder. Dabei ist Forschung und Praxis sehr eng verwoben. Durch die betriebliche Nähe können neue Ideen direkt erprobt, getestet und bis zur Anwendung begleitet werden.
Was ist deine Aufgabe bei der Cetex Institut gGmbH?
Ich bin Assistenz der Geschäftsführung und unterstütze in vielen organisatorischen und administrativen Bereichen. Dazu gehören unter anderem die Planung und Nachverfolgung von Weiterbildungsmaßnahmen, die Budgetplanung sowie die Beantragung von Fördermittelanträgen in diesem Bereich. Durch meine Tätigkeit habe ich Kontakt zu allen Mitarbeitenden und bekomme einen guten Überblick über viele Themen im Unternehmen. Diese Schnittstellenfunktion hilft mir auch bei meinem Praxisprojekt.

Worum geht es in deinem Praxisprojekt?
In meinem Praxisprojekt geht es darum, mehr Transparenz über Weiterbildungen und vorhandene Kompetenzen in unserem Forschungsinstitut zu schaffen.
Aktuell werden Weiterbildungen zwar geplant und dokumentiert, allerdings hauptsächlich für organisatorische Zwecke. Für die Mitarbeitenden selbst ist oft nicht sichtbar, wer welche Qualifikationen oder besonderen Kenntnisse mitbringt und welche Weiterbildungen bereits absolviert wurden. Dadurch bleiben vorhandenes Wissen und Entwicklungsmöglichkeiten häufig im Verborgenen.
Innerhalb von Eingefädelt möchte ich deshalb eine einfache und für alle zugängliche Lösung schaffen, mit der Kompetenzen und Weiterbildungsaktivitäten besser sichtbar werden.
Wichtig ist mir dabei besonders, dass es nicht um Kontrolle geht, sondern darum, den Austausch zu fördern, voneinander zu lernen und die persönliche Entwicklung zu unterstützen. Wenn klar ist, welche Stärken im Team vorhanden sind, können Weiterbildungen gezielter geplant und Kompetenzen besser genutzt werden. Davon profitieren sowohl die Mitarbeitenden als auch das gesamte Institut.
Was war der Auslöser bzw. das Kernproblem bei euch?
Da bei mir viele Informationen rund um Weiterbildungen zusammenlaufen, ist mir aufgefallen, dass wir zwar in die Entwicklung unserer Mitarbeitenden investieren, diese Informationen aber nicht zentral sichtbar sind.
Viele Mitarbeitende wissen daher gar nicht, welche Kompetenzen bereits im Unternehmen vorhanden sind. Gleichzeitig gibt es keine Übersicht, die diese Informationen bündelt. Das ist schade, weil dadurch vorhandenes Wissen und Erfahrungen im Arbeitsalltag, nicht immer optimal genutzt werden können.
Genau hier setzt mein Praxisprojekt an. Es geht nicht darum, etwas komplett Neues einzuführen, sondern die bereits vorhandenen Informationen besser zu strukturieren, sichtbar zu machen und für alle nutzbar zu gestalten. Dadurch soll eine bessere Grundlage für die zukünftige Personalentwicklung entstehen.
Wo stehst du gerade in deinem Praxisprojekt?
Durch die bisherigen Workshops hat sich das Projekt bereits deutlich weiterentwickelt. Zu Beginn stand vor allem die Frage im Mittelpunkt wie Weiterbildungen transparenter dargestellt werden können. Mittlerweile betrachten wir das Thema umfassender und arbeiten an der Idee einer zentralen Kompetenzdatenbank.
Ziel ist es, Kompetenzen, Qualifikationen und Weiterbildungen der Mitarbeitenden strukturiert zu erfassen und über eine Suchfunktion zugänglich zu machen. So soll künftig bspw. nach bestimmten Fachkenntnissen, Programmen, Zertifikaten oder Ansprechpartnern gesucht werden können.
Die Datenbank ist bereits angelegt und wurde mit meinen eigenen Themenfeldern als erste Testbasis befüllt. Dadurch kann ich die Struktur aktuell erproben und erste Erfahrungen mit der Handhabung sammeln.
Lernen Sie die anderen Lotsen und Lotsinnen im Projekt kennen. --> Interaktiven Touchpoints zur Mitarbeiterreise
Was sind die nächsten konkreten Schritte?
In den nächsten Wochen geht es vor allem darum, gemeinsam mit den Fachbereichen relevante Kompetenzfelder zu identifizieren und zu strukturieren. Dazu gehören u. a. Themen wie Konstruktion, Modellierung, Berechnung, Antriebs- und Steuerungstechnik, Versuchskunde und Softwarekenntnisse.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage, wie die Daten später mit vertretbarem Aufwand aktuell gehalten werden können. Derzeit wird dafür ein jährlicher Aktualisierungsrhythmus angestrebt.
Ziel ist es, eine Struktur zu entwickeln, die im Arbeitsalltag funktioniert und nicht zu viel zusätzlichen Aufwand verursacht. Unser Wunsch ist eine praktikable und akzeptierte Lösung, die von den Mitarbeitenden aktiv genutzt werden kann.
Inwiefern hat euch die Workshopreihe bei dem Vorhaben unterstützt?
Die Workshopreihe hilft mir vor allem dabei, das Projekt strukturiert aufzubauen und Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Im Arbeitsalltag fehlt oft die Zeit, solche Themen grundsätzlich zu hinterfragen. Durch die regelmäßigen Workshops bekomme ich die Möglichkeit, Abstand zum Tagesgeschäft zu gewinnen und das Thema systematisch zu betrachten.
Sehr wertvoll ist außerdem der Austausch mit den anderen Teilnehmenden. Viele stehen vor ähnlichen Herausforderungen in ihren Unternehmen. Dadurch entstehen neue Ideen und Perspektiven, die ich in mein eigenes Projekt übertragen kann.
Außerdem nehme aus der Workshopreihe mit, dass Veränderungen nicht nur eine organisatorische oder technische Frage sind. Mindestens genauso wichtig ist es, die Mitarbeitenden mitzunehmen, Veränderungen transparent zu kommunizieren und Verständnis für unterschiedliche Sichtweisen zu entwickeln.

Das Interview führte Simon Fronzcek. Wir danken Katrin Gläser für Ihren Beitrag!
Start der neuen Workshopreihe im Oktober 2026
Im Oktober 2026 startet die zweite Workshopreihe. Sprechen Sie uns an, wenn auch Sie von den überbetrieblichen Austauschen und Fachimpulsen profitieren möchten. Wir sind gemeinsam mit dem Partner Fachkräftenetzwerk Oberlausitz in Südwestsachsen und der Lausitz aktiv.
Das Projekt „Eingefädelt, zugeschnitten und verwoben – Fachkräfte gewinnen und sichern in der Textilbranche“ wird im Rahmen des Programms "Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten: Weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.



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