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Wenn die Gasflasche explodiert: Ein Blick hinter die Kulissen der Rettungskräfte

Die ATB hatte die Möglichkeit, ein realitätsnahes Planspiel, das den Rettungseinsatz bei einem Großschadensereigniss simuliert, zu beobachten. Beeindruckt vom routinierten Vorgehen und der höchst kooperativen Zusammenarbeit der Einsatzkräfte, möchten wir diese besondere Erfahrung mit Ihnen teilen.

Wenn die Gasflasche explodiert

Ein Blick hinter die Kulissen der Rettungskräfte

Es ist ein typischer Abend in einer kleinen Stadt. In einem Festzelt findet eine Feier statt. Plötzlich explodiert ein Dampfgarer. Innerhalb von Sekunden eskaliert die Situation: Verletzte, Panik und Chaos.

Während die meisten Menschen in einer solchen Situation überfordert sind, beginnt für Rettungskräfte ein strukturiertes Protokoll, das Ordnung ins Chaos bringt und Leben rettet.

Die ATB hatte die Möglichkeit, ein realitätsnahes Planspiel, das genau solch einen Einsatz simuliert, im Rahmen eines Lehrgangs zu beobachten. Beeindruckt vom routinierten Vorgehen und der höchst kooperativen Zusammenarbeit der Einsatzkräfte bei einem Großschadensereignis, möchten wir diese besondere Erfahrung mit Ihnen teilen.

 

Die ersten Minuten: Alarm und Eintreffen

0 Minuten: Der Notruf geht ein Innerhalb von Sekunden nach der Explosion erreichen die ersten Notrufe die Leitstelle. Die Disponenten alarmieren sofort die nötigsten Einsatzkräfte: Rettungswagen (RTW), Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF) und die Feuerwehr.

Wenige Minuten später: Erste Einsatzkräfte treffen ein Der erste Rettungswagen, ein Notarzt und die Feuerwehr erreichen die Einsatzstelle. Die Einsatzkräfte sichern die Einsatzstelle und verschaffen sich einen Überblick über die Situation. Es gibt Verletzte, einige davon schwer, andere leicht. Die erste Aufgabe besteht darin, die Lage zu erkunden, eine Rückmeldung an die Integrierte Regionalleitstelle (IRLS) über die Situation zu geben und die Verletzten durch eine Vorsichtung zu kategorisieren.

5 Minuten: Die Einsatzleitung wird eingerichtet Das ersteintreffende NEF übernimmt zunächst die Einsatzleitung Rettungsdienst (EL RD) bis zur Übergabe an den Leitenden Notarzt (LNA) und die Organisatorische Leitung Rettungsdienst (OrgLRD). Sie koordinieren die ankommenden Kräfte und die Einrichtung der Patientenablagen – ein Bereich, in dem die Verletzten erstversorgt werden.

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Die Phase der Erstversorgung

10 Minuten: Die Patientenablage wird eingerichtet Die ersten Verletzten werden in die Patientenablagen gebracht. Diese werden hinsichtlich der notwendigen Mittel und Kräfte organisiert. Hier werden die Verletzten nach der Schwere ihrer Verletzungen kategorisiert: Rot (lebensbedrohlich), Gelb (schwer verletzt), Grün (leicht verletzt). Diese Kategorisierung ist entscheidend für die weitere Versorgung und den Transport.

15 Minuten: Weitere Einsatzkräfte treffen ein Zusätzliche Rettungswagen, NEF und Krankentransportwagen (KTW) treffen am Einsatzort ein. Zusätzlich wird ein Bereitstellungsraum für Rettungsmittel eingerichtet.

20 Minuten: Parallel zur Erstversorgung beginnt die Transportorganisation (TO) mit Ihrer Arbeit Die TO organisiert den Abtransport der Verletzten. Schwerstverletzte Patienten (Kategorie Rot) werden als Erste in die nächstgelegenen Krankenhäuser gebracht. Die Transportorganisation ist ein komplexer Prozess, der eine enge Koordination zwischen den Rettungskräften, den Krankenhäusern und der Leitstelle erfordert.

Die Phase der Stabilisierung

30 Minuten: Die Lage stabilisiert sich Die meisten Verletzten sind mittlerweile in der Patientenablage versorgt und warten auf ihren Transport. Die Einsatzleitung koordiniert die weiteren Maßnahmen und stellt sicher, dass alle Verletzten angemessen versorgt werden.

40 Minuten: Die Transportorganisation läuft auf Hochtouren Die TO ist in vollem Gange. Die Rettungskräfte arbeiten eng mit den Krankenhäusern zusammen, um sicherzustellen, dass jeder Patient in die richtige Klinik gebracht wird. Die Einsatzleitung behält den Überblick über die verfügbaren Ressourcen und koordiniert die Einsätze der verschiedenen Rettungsmittel.

50 Minuten: Die Einsatzstelle wird geräumt Die letzten Verletzten werden abtransportiert, die Einsatzstelle geräumt, und die Rettungskräfte beginnen mit dem Abbau der Einsatzmittel.

Die Nachbereitung: Debriefing und Reflexion

Nach dem Einsatz folgt eine Nachbesprechung. Die Einsatzkräfte besprechen die Ereignisse, analysieren die Abläufe und identifizieren Verbesserungspotenziale. Diese Reflexion ist entscheidend, um aus jedem Einsatz zu lernen und die Zusammenarbeit weiter zu optimieren.

Fazit: Teamwork rettet Leben

Ein Großschadensereignis wie die Explosion eines Dampfgarers in einem Festzelt ist eine enorme Herausforderung für alle Beteiligten. Nur durch die sauber koordinierte Zusammenarbeit der Rettungskräfte, die klare Kommunikation und die strukturierten Abläufe kann die Herausforderung bewältigt und Leben gerettet werden.

Wir danken allen Einsatzkräften für ihre harte Arbeit und ihr Engagement – Tag für Tag.

Dieser Bericht gibt einen Einblick in die komplexen Abläufe und herausragende Arbeit der Rettungskräfte. Die wissenschaftliche Auswertung unserer nicht-teilnehmenden Beobachtung dient als Grundlage für unser Forschungsprojekt TRIAL Teamresilienz.

Die Übung fand unter der Leitung des Rettungszweckverband Südwestsachsen, Ärztliche Leiterin des Rett ZV SWS Kathleen Dittrich-Ueberfeld, Geschäftsbereichsleiter Rettungsdienst Rett ZV SWS Thomas Müller, Fachrichtungsleiter Rettungsdienst und stellv. Schulleiter der F+U Sachsen gGmbH mediCampus Gesundheitsfachberufe Chemnitz René Emmrich in den Räumlichkeiten der Bénédict School Zwickau - F+U Sachsen gGmbH statt.

Verknüpftes Projekt

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