Auszubildende listen im Gruppeninterview KI-Anwendungen auf, die sie kennen und nutzen.,

Smart analysieren, bedarfsgerecht entwickeln.

Eine digitale Lernlösung muss zu den Menschen passen, die damit lernen und arbeiten. Deshalb kamen für die Anforderungsanalyse im Projekt SmartVET:KI Ausbildende und Auszubildende zu den Themen Ausbildungsalltag, digital gestütztes Lernen und KI zu Wort.

Nicht alle Lernwege verlaufen gleich

Nicht alle lernen gleich. Nicht alle starten mit den gleichen Voraussetzungen.

Das klingt zunächst selbstverständlich. In der beruflichen Bildung wird das zur täglichen Herausforderung für Lehrende und Lernende: Manche Lernende bringen viel Praxiserfahrung mit, andere glänzen bei den theoretischen Grundlagen. Einige lernen schnell und selbstgesteuert, andere brauchen klare Strukturen und zusätzliche Orientierung. Dazu kommen unterschiedliche digitale und soziale Kompetenzen, persönliche Lebenssituationen und individuelle Förderbedarfe.

Genau hier knüpft SmartVET:KI an. Seit Projektstart steht für uns die Frage im Mittelpunkt, wie ein Lernmanagementsystem (LMS) so gestaltet werden kann, dass individuelle Ressourcen und Bedarfe berücksichtigt und Auszubildende gestärkt werden.

Anforderungen dort erheben, wo Lernen stattfindet

Um diese Frage zu beantworten, haben wir dort hingehört, wo berufliche Bildung täglich stattfindet: in der Ausbildungspraxis. Dafür haben wir im ersten Projekthalbjahr semistrukturierte Interviews mit Ausbildenden und Auszubildenden aus den Bereichen Lagerlogistik und Krankenpflegehilfe am Johannes-Daniel-Falk-Zentrum und am mediCampus Gesundheitsberufe der fuu Sachsen gGmbH in Chemnitz geführt.

Auf diese Weise konnten wir verstehen, welche Anforderungen für Lernende und Lehrende relevant sind. Entlang zentraler Themen wie Ausbildungsalltag, Lernprozesse und -gewohnheiten, Erfahrungen mit digitalen Tools und künstlicher Intelligenz wurde deutlich, was bereits gut funktioniert und an welchen Stellen im Ausbildungsalltag Hürden entstehen. Gleichzeitig konnten wir herausarbeiten, welche Formen der Unterstützung Lernende als hilfreich erleben – und wie digitale Angebote daran anknüpfen können.

Medicampus 1
Medicampus 2
Daniel Falk Zentrum Übungslager

Was ein gutes LMS leisten muss

Die zentrale Erkenntnis: Das Lernmanagementsystem muss entlasten statt belasten.

Das klingt einfach, ist in der Praxis aber durchaus anspruchsvoll. Denn Entlastung entsteht nicht automatisch durch Digitalisierung. Ein zusätzliches System kann auch mehr Aufwand erzeugen, wenn es unübersichtlich ist, zu viel Vorwissen voraussetzt oder nicht zu den Ausbildungsabläufen passt.

Aus der Anforderungsanalyse wird deshalb deutlich: Das LMS muss leicht zugänglich, verständlich und alltagstauglich sein. Auszubildende brauchen klare Strukturen, kurze Einheiten und eine Sprache, die fachlich korrekt, aber nicht unnötig kompliziert ist. Inhalte sollten so aufbereitet werden, dass unterschiedliche Lernwege möglich sind – zum Beispiel über Visualisierungen, Wiederholungen, Audioformate und Übungssequenzen.

Gleichzeitig brauchen auch die Ausbildende ein System, das sie in ihrer Arbeit unterstützt. Sie begleiten Lernende nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Ein LMS, welches "Zeitfresser"-Aufgaben automatisiert, Dokumentation und Wissensmanagement erleichtert und individuelle Lernstände sichtbar macht, schafft die Grundlage für mehr individuelle Betreuung.

Nächster Halt: Entwicklung & Einführung

Mit der abgeschlossenen Anforderungsanalyse wurde die Grundlage für die nächste Projektphase geschaffen. Die Ergebnisse fließen nun in die weitere fachliche Begleitung der Entwicklung und Einführung des adaptiven Lernmanagementsystems ein. Der Abschluss der Anforderungsanalyse ist deshalb mehr als ein erledigter Projektschrit, sondern der Moment, in dem aus einer Projektvision eine konkrete Entwicklungsrichtung wird.

Oder einfach gesagt: Jetzt ist klar, was das System können muss – und warum.

Ein Lernmanagementsystem für die berufliche Bildung muss nicht nur technisch funktionieren. Es muss zu den Menschen passen, die damit lernen und arbeiten.

Genau daran arbeitet SmartVET:KI weiter. Bleiben Sie gespannt!

Verknüpftes Projekt

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