Zwischenbericht Leading Ladies

Frauen in Führung stärken: Ein Zwischenstand aus dem Projekt Leading Ladies

Wie entwickelt sich ein Mentoringprojekt, das Frauen auf dem Weg in Führung stärkt? Der Bericht über die ersten 18 Monate von Leading Ladies zeigt, welche Formate umgesetzt wurden, welche Erfahrungen die Beteiligten machen und welche Impulse daraus entstehen

Seit Oktober 2024 begleiten wir im  ESF Plus geförderten Projekt Leading Ladies Frauen in kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen auf ihrem Weg in Führungsverantwortung. Insgesamt beteiligen sich 18 Mentees und 14 Mentor:innen aus 13 Unternehmen aktiv am Projekt. Nach 18 Monaten zeigt sich: Das Projekt verbindet individuelle Entwicklung mit konkreten Impulsen für Unternehmen und schafft einen Rahmen, in dem berufliche Perspektiven gezielt weiterentwickelt werden können.

Im Zentrum stehen Frauen mit Führungspotenzial, die gemeinsam mit einer Mentorin oder einem Mentor aus dem eigenen Unternehmen an ihren beruflichen Zielen arbeiten. Gleichzeitig rückt das Projekt betriebliche Strukturen und die Unternehmenskultur in den Fokus. So werden Entwicklungen angestoßen, die nicht nur einzelne Teilnehmerinnen stärken, sondern auch nachhaltig in die Unternehmen hineinwirken.

Entwicklung beginnt mit Klarheit

Zu Beginn des Projekts wurden die organisatorischen und inhaltlichen Grundlagen für das Mentoring gelegt. Gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen wurde betrachtet, wie betriebliche Strukturen gestaltet sind und welche Faktoren Karrierewege sowie Gleichstellung im Unternehmen fördern oder gegebenenfalls hemmen.

Ergänzend fanden persönliche Gespräche mit allen Mentees und Mentor:innen statt. Dabei wurden die jeweilige berufliche Situation, individuelle Ziele und Entwicklungsperspektiven reflektiert. Auf dieser Basis entstanden konkrete Zielvereinbarungen, die dem weiteren Mentoringprozess Orientierung geben.

Schon in dieser ersten Phase wurde deutlich, was Leading Ladies auszeichnet: Das Projekt verbindet die persönliche Weiterentwicklung der Teilnehmerinnen mit einem bewussten Blick auf die Rahmenbedingungen in den Unternehmen.

Schulungen

Mentoring braucht Vorbereitung und Austausch

In der ersten Projektphase wurden Mentees und Mentor:innen in Workshops auf ihre Rolle im Mentoring vorbereitet. Dabei ging es unter anderem um Rollenverständnis, Erwartungen, Kommunikation und die Gestaltung einer tragfähigen Zusammenarbeit.

Die Mentor:innen erhielten Impulse für eine wirksame Begleitung und setzten sich mit Führungsfragen sowie geschlechterspezifischen Herausforderungen im beruflichen Kontext auseinander. Die Mentees arbeiteten an ihrem Führungsverständnis, reflektierten eigene Stärken und entwickelten persönliche Zielbilder für ihren weiteren Weg.

Ein wichtiger Meilenstein war der gemeinsame Tandem-Workshop im September 2025. Dort kamen erstmals alle Mentees und Mentor:innen zusammen, tauschten Erfahrungen aus und knüpften Kontakte über Unternehmensgrenzen hinweg. Gerade dieser überbetriebliche Austausch eröffnet neue Perspektiven: Teilnehmende erleben, dass viele Fragen und Herausforderungen nicht individuell sind, sondern von anderen in ähnlicher Weise geteilt werden.

Vielfältige Formate für nachhaltige Entwicklung

In der laufenden Projektphase steht die kontinuierliche Begleitung der Mentoringpaare im Mittelpunkt. Ergänzt wird diese durch Vernetzungsangebote und thematische Workshops, die unterschiedliche Entwicklungsbedarfe aufgreifen.

Die individuelle Begleitung durch das Projektteam stellt sicher, dass spezifische Herausforderungen, die im Unternehmen oder bei der Beziehung von Mentor:in und Mentee entstehen können, frühzeitig erkannt und persönlich adressiert werden. So entsteht ein verlässlicher Rahmen, in dem Entwicklung nicht dem Zufall überlassen wird.

Ein besonders niedrigschwelliges Format ist die monatliche virtuelle Austauschrunde der Mentees. In diesem geschützten Rahmen besprechen die Teilnehmerinnen aktuelle Fragen aus ihrem Berufsalltag, teilen Erfahrungen und entwickeln gemeinsam neue Lösungsansätze. Der regelmäßige Austausch stärkt nicht nur das Netzwerk, sondern auch die Sicherheit in der eigenen Rolle.

Hinzu kommen dreistündige Kleingruppentreffen für Mentees und Mentor:innen, die jeweils getrennt voneinander organisiert werden. Diese Formate verbinden fachlichen Input mit praktischen Übungen und kollegialem Austausch.

Die Mentees trafen sich im Sommer 2025 zu ihrem ersten Kleingruppentreffen, bei dem Perspektiven wirksamer Teamführung im Fokus standen. Anhand konkreter Fallbeispiele wurden unterschiedliche Führungsstile diskutiert. Beim zweiten Treffen im November 2025 beschäftigten sich die Mentees mit dem Thema Konfliktlösung, bevor im März 2026 Delegieren und Nein-Sagen im Mittelpunkt eines weiteren Kleingruppentreffens standen.
Eine Teilnehmerin brachte den Mehrwert des Formats so auf den Punkt: „Das bringt viele neue Ideen und Sichtweisen sowie Verständnis und Miteinander für die Teilnehmenden“ (Umfragerückmeldung, November 2025).

Im August 2025 kamen die Mentor:innen erstmals in diesem Format zusammen. Im Fokus stand der konstruktive Umgang mit Konflikten im Mentoring. Nach einem fachlichen Impuls setzten sich die Teilnehmer:innen im Workshopteil praxisnah mit der Harvard-Methode auseinander und trainierten eine strukturierte Gesprächsführung für Konfliktsituationen. Weitere Kleingruppentreffen fanden im Oktober 2025 und Januar 2026 statt. Dabei standen Themen wie Zielsetzung und Motivation sowie Delegieren und Nein-Sagen im Mittelpunkt. Die Treffen boten Raum, die eigene Führungsrolle zu reflektieren und sich im kollegialen Austausch beraten zu lassen.

Kleingruppentreffen

Wirkung auf individueller und betrieblicher Ebene

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass das Konzept trägt. In der fortlaufenden Evaluation bewerten die Teilnehmenden den bisherigen Projektverlauf insgesamt positiv und als relevante Unterstützung für ihre berufliche Entwicklung.

Mentees berichten von wachsendem Selbstvertrauen, klareren Karriereperspektiven und einer bewussteren Positionierung im beruflichen Umfeld. Mentor:innen erleben den Austausch ebenfalls als gewinnbringend und reflektieren ihre eigene Führungspraxis neu.

Damit entfaltet Leading Ladies Wirkung auf mehreren Ebenen: Frauen werden in ihrer Entwicklung gestärkt, Mentor:innen gewinnen neue Impulse für ihre Rolle und Unternehmen erhalten Anregungen für eine Führungskultur, in der Entwicklung, Gleichstellung und Zusammenarbeit stärker in den Fokus rücken.

Ausblick bis Sommer 2026

Bis zum Ende der Projektlaufzeit im August 2026 wird das Angebot mit weiteren Formaten fortgesetzt. Für Mentees und Mentor:innen ist jeweils ein Kleingruppentreffen zum Thema Zeit- und Selbstmanagement geplant. Die monatlichen virtuellen Austauschrunden der Mentees laufen weiter. Im Juni 2026 kommen Mentees und Mentor:innen noch einmal in einem gemeinsamen Workshop zusammen. Im Mittelpunkt steht dann das Thema „Gesund führen“ – und damit die Frage, wie verantwortungsvolle Führung nachhaltig gestaltet werden kann.

Schon jetzt zeigt sich: Leading Ladies schafft Räume für Reflexion, Vernetzung und persönliches Wachstum. Zugleich setzt das Projekt Impulse für Unternehmen, die weibliche Führung gezielt fördern und Unternehmenskultur aktiv weiterentwickeln wollen.

Kontakt

Sie möchten mehr über das Projekt Leading Ladies erfahren oder haben Fragen zu den Angeboten? Dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Ansprechpersonen

Sofie Grundmann
Sofie Löffler
Gesine Andersen
Gesine Andersen

Gefördert von

ESF+ Kombination_EU-Logo_FreistaatSachsen

Verknüpftes Projekt

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